Rasse: Belgische Schäferhund

Varietät: Groenendael

Wurftag: 04.04.2008

Mutter: Enya vom Blick Solitude

Vater: Tuono dell'Alta Via

Ausbildungskennzeichen: BH / IPO3

Formwert: Vorzüglich, Schönster Gebrauchshund DKBS 2011

 

   

Meine Caleigh ist giftiges Groenendaelmädchen mit einem pfiffigen Temperament ;)

In manchen Dingen ist sie ein richtiges Mädchen, besonders was die Einhaltung bestimmter Rituale betrifft. Wenn in ihrer sonst sehr ruhigen Familie irgendetwas aus dem Rude läuft oder es mir selbst nicht besonders gut geht, dann spiegelt sie das sofort in ihrem Verhalten und ihrem Ausdruck wieder. Ein besseres Frühwarnsystem (wenn man es denn mal als solches erkannt hat) für einen steigenden Stresspegel kann man sich kaum wünschen.

Auch ihre Toleranz für Lärm ist nicht 100%ig so, wie ich sie mir wünschen wurde. Aber auch hier ist das Ganze sehr ambivalent, der Krach in der Stadt, vorbeibretternde Züge und ähnliches sind ihr egal, ein heruntergefallener Gegenstand kann sie aber in großen Stress versetzen.

Das gleiche zählt für lärmende Menschen. Beim Schutzdienst lassen die Vertreibungslaute seitens des Helfers völlig kalt, im Alltag herumschreiende Jugendliche findet sie aber eher suspekt. Allgemein sind fremde Menschen nicht unbedingt ihre favorisierte Gesellschaft, insbesonders dann, wenn sie sich mit "Mei, ist die süüüüß!" auf sie stürzen.

Hat sie aber einmal Freundschaft mit einem Fremdling geschlossen (was mitunter in 30 Sekunden passieren kann), dann wird erstmal fröhlich ausgetestet, ob man denjenigen (hauptsächlich natürlich bei Männern) nicht auch als Ping-Pong-Ball (á la Schutzdiensthelfer) missbrauchen kann. Sowieso scheint sie zu glauben, dass die ganze Welt nur existiert um für sie ein großes Zerrspiel zu veranstalten.

   

Ihr Beutetrieb ist für einen Groenendael sehr hoch angesiedelt, es reicht eigentlich zumeist einen Grashalm vom Boden aufzuheben um ihre Aufmerksamkeit zu fesseln. Einem wie auch immer gearteten Beutestück setzt sie auch dann noch nach, wenn sie eigentlich schon völlig am Ende ihrer Kräfte ist. Dabei ist das Beutesichern oder das eigentliche etwas erkämpft haben für sie nicht das, was sie hauptsächlich anstrebt - eigentlich sucht sie immer den Kamf mit demjenigen, der gerade mit ihr spielt.

Heißt wenn man ein Beutestück loslässt, dann muss man immer auf der Hut sein die Hundeschnauze samt Spielzeug nicht sofort im Oberschenkel hängen zu haben. Dabei kann sie auch sehr fordernd und giftig werden, ein Zug an ihr, der mir inbesondere für den Sport sehr, sehr gut gefällt ;P

Allgemein ist Lee für mich DER Sporthund. Sie ist relativ führerweich, wahnsinnig intelligent und lernt in Sekundenschnelle. Die Unterordnung muss deshalb für sie sehr variabel gestaltet werden, fährt man zu oft ein Schema, dann merkt sie das sofort und nutzt diese gefundene Schwäche gnadenlos aus. Das Mittel der Wahl bei der Bestätigung ist Beutespiel, Futter interessiert sie auf dem Hundeplatz eher mäßig.

Punktuelle Einwirkungen setzt sie positiv um und gibt mehr Power. Generell arbeite ich aber mit dieser Hündin sowieso hauptsächlich auf der Basis positiver Bestärkung, da sie darauf sehr, sehr gut anspricht. Eventuelle Einwirkungen beschränken sich meist auf ein kleineres "Mitarbeitergespräch", wenn sie sich in ihrem Trieb zu hoch gefahren hat und sich dann nicht mehr konzentrieren kann ;)

Sie zeigt beim Apportieren sichere, leichtfüßige Sprünge, die Meterhürde macht ihr absolut keine Schwierigkeiten. Nur das Apportiergegenstände wirklich richtig festhalten liegt ihr nicht. Schon ein Quäntchen zu viel oder zu wenig Spannung resultiert in einem eher lockeren Halten.

Im Schutzdienst zeigt sie sich bislang sehr souverän, Belastungen des Helfers tritt sie selbstbewusst entgegen. Fast untypisch für einen Gronendael zeigt sie fast immer ruhige Anbisse, die bei erhöhter Belastung eher noch fester werden. Kampf ist hier für sie auch der Motor und sie beantwortet mehr Druck mit Gegendruck. Auch Helferwechsel beeindrucken sie kaum. Aber wir hatten auch noch nicht die Gelegenheit viele Auswärtsprüfungen zu machen ;)

In der Fährte zeigt sie sich bislang eher mäßig gut, was aber auch sicherlich auf die fehlende Übung und die Unerfahrenheit der Hunderführerin zurückzuführen ist. Der Futtertrieb ist generell bei ihr eher mäßig ausgeprägt, es scheint ihr nicht wirklich wichtig zu sein jedes Futterstück auf der Fährte auch wirklich zu finden. Sie ist mehr an der Spur selbst interessiert und würde diese gern abstöbern. Die Gegenstandsarbeit wird immer sicherer, generell nimmt sie die Gegenstände gern an und verweist auch meist gerade

Fazit:

Generell ist Lee für mich von ihren Anlagen her der fast perfekte Sporthund. Sie ist extrem führerbezogen und bietet sich ständig an und will arbeiten. Sie hat einen sehr gut ausgeprägten Beutetrieb und zeigt sich hier in einem absolut angemessenen Rahmen auch recht giftig ;)

Schutzdienst ist für sie ihr Leben, da kann sie sich - in entsprechende Bahnen gelenkt - ausleben, aufdrehen und Vollgas geben, was den Hunden in unserem heutigen Alltag meist völlig verwehrt bleibt.

Lediglich eine Portion bessere Nerven, Gelassenheit und Triebbeständigkeit würden der Maus den letzten Schliff geben ;) aber man kann ja nicht alles haben!